Moderne Mitarbeitergewinnung: 3 Methoden für mehr Bewerbungen
Das Wichtigste in Kürze
- Klassische Methoden wie Stellenanzeigen, Personalvermittlung und Empfehlungen erreichen fast nur den aktiven Arbeitsmarkt.
- Mit Employer Branding baust du eine starke Arbeitgebermarke auf, die Talente langfristig anzieht und bindet.
- Social Recruiting ermöglicht dir eine planbare und messbare Bewerbergewinnung über soziale Netzwerke.
- Kombinierst du klassische und moderne Methoden, sprichst du sowohl den aktiven als auch den passiven Kandidatenmarkt an.
Die Suche nach geeigneten Mitarbeitern ist für viele Unternehmen zu einer großen Herausforderung geworden. Klassische Recruiting-Methoden funktionieren nur noch sehr begrenzt. Deshalb müssen Unternehmen auf moderne Methoden setzen, um Bewerbungen zu generieren und Mitarbeiter zu gewinnen. In diesem Beitrag zeigen wir dir 3 moderne Methoden zum Thema Mitarbeitergewinnung. Zunächst betrachten wir einige klassische Methoden sowie deren Vor- und Nachteile und ergänzen diese anschließend um moderne Ansätze.
Klassische Methoden der Mitarbeitergewinnung
Die folgenden 3 klassischen Methoden der Personalsuche werden auch heute noch von vielen Unternehmen als Hauptweg genutzt, um Bewerbungen für offene Stellen zu bekommen. Betrachtet man jedoch die Nachteile, fällt schnell auf, dass diese Methoden durch weitere Möglichkeiten ergänzt werden sollten. Einen Verzicht auf die klassischen Wege empfehlen wir trotzdem nicht – vielmehr solltest du einen Mix aus verschiedenen Lösungen nutzen. Den Grund dafür findest du bei den jeweiligen Vorteilen dieser Methoden.
Folgende klassische Methoden betrachten wir in diesem Artikel:
- Stellenanzeigen: Veröffentlichung von Stellenanzeigen in Tageszeitungen, Branchenmagazinen, Stellenportalen oder Jobbörsen.
- Personalvermittlung: Nutzung einer Vermittlungsagentur, um geeignete Bewerber zu finden, oder Active Sourcing.
- Mitarbeiter-Empfehlungen: Motivierung bestehender Mitarbeiter, geeignete Bewerber zu empfehlen oder aktiv an der Rekrutierung neuer Mitarbeiter teilzunehmen.
Vor- und Nachteile von Stellenanzeigen
Der klassischste Weg, offene Stellen zu besetzen, sind Stellenanzeigen – ganz gleich, ob in Onlineportalen oder in Printmedien.
Stellenanzeigen erhöhen zunächst die Sichtbarkeit und tragen dazu bei, dass vakante Positionen wahrgenommen werden. In der Regel werden offene Stellen auf mehreren Plattformen gleichzeitig veröffentlicht, was entsprechende Bewerbungen zur Folge hat.
Der größte Nachteil von Stellenanzeigen ist allerdings, dass nur der passive Markt angesprochen wird. Es werden also nur Kandidaten erreicht, die entweder aktiv auf der Suche oder mit ihrem aktuellen Job unzufrieden sind. Damit bleibt ein großer Teil potenzieller Kandidaten unberührt. Gehen Bewerbungen über Jobportale ein, werden diese zudem ungefiltert übertragen, wodurch viele unqualifizierte Bewerbungen entstehen.
Vor- und Nachteile von Personalvermittlungen
Personalvermittler sind Unternehmen oder Agenturen, die Arbeitgeber mit qualifizierten Kandidaten zusammenbringen. Dazu gehören in der Regel die Durchführung von Bewerbungsgesprächen, die Überprüfung von Referenzen und Hintergrundinformationen sowie Verhandlungen über Löhne und Arbeitsbedingungen.
Einer der größten Vorteile von Personalvermittlungen ist, dass du dir als Personaler oder Recruiter eine ganze Menge Zeit sparst, da du wirklich nur mit Kandidaten sprichst, die eine passende und hohe Qualifikation mitbringen. Zusätzlich verfügen Personalvermittlungen üblicherweise über ein hohes Wissen über den Bewerbermarkt und stehen dir so hilfreich zur Seite.
Der Aufwand der Personalagentur schlägt sich natürlich sofort im Preis nieder – der größte Nachteil ist deshalb ein hoher finanzieller Aufwand. Weiterhin hast du als Unternehmen oft keinen wirklichen Einblick in den Prozess und damit auch weniger Kontrolle über die Generierung von Bewerbungen.
Vor- und Nachteile von Empfehlungen
Empfehlungen sind eine Form der Mitarbeitergewinnung, bei der ein Unternehmen seine aktuellen Mitarbeiter, Freunde, Familienmitglieder oder andere Kontakte dazu auffordert, geeignete Bewerber für offene Stellen vorzuschlagen. Die Empfehlungen können mündlich oder schriftlich erfolgen und eine wertvolle Quelle für qualifizierte Bewerber sein.
Spricht ein Mitarbeiter eine Empfehlung für dein Unternehmen aus, ist das ein wirklich großer Vertrauensbeweis. Das Unternehmen gewinnt dadurch auch gegenüber dem Kandidaten an Glaubwürdigkeit – das ist der größte Vorteil von Empfehlungen.
Der größte Nachteil ist ganz klar die begrenzte Verfügbarkeit von Kandidaten. Selbst bei größeren Unternehmen mit vielen Mitarbeitern sind Empfehlungen eher die Ausnahme als die Regel. Darüber hinaus kann die Diversität im Unternehmen darunter leiden, da Empfehlende oft eigene Vorlieben und Vorurteile in ihre Empfehlung einfließen lassen.
Allgemeiner Nachteil der klassischen Methoden
Wir haben nun 3 klassische Wege betrachtet und deren Vor- und Nachteile bei der Mitarbeitergewinnung beleuchtet. Doch es gibt einen großen Nachteil, der sich über alle diese Methoden gleich verteilt: Damit lassen sich offene Stellen in der Regel nicht planbar besetzen. Zwar lassen sich bedingt Statistiken erheben, diese unterscheiden sich jedoch von Stelle zu Stelle. Dadurch lässt sich bei einer offenen Vakanz nie genau sagen, wann sie besetzt werden kann.
Moderne Methoden zur Kandidatensuche
Der Recruiting-Mix kann heutzutage auf eine große Auswahl an Maßnahmen zurückgreifen, die moderne digitale Medien nutzen, um Bewerbungen zu generieren und Mitarbeiter zu gewinnen. In diesem Beitrag schauen wir uns die folgenden 3 Methoden genauer an:
- Arbeitgebermarke
- Karriere-Events
- Social Recruiting
Arbeitgebermarke (Employer Branding)
Hierbei handelt es sich um eine Strategie, bei der ein Unternehmen seine Marke als attraktiven Arbeitgeber aufbaut, um Talente anzuziehen, zu binden und zu motivieren. Dazu gehört der Aufbau eines positiven Arbeitgeberimages durch die Vermittlung von Werten, Kultur, Arbeitsbedingungen, Karrieremöglichkeiten und Unternehmenszielen. Ziel ist es, das Interesse potenzieller Bewerber zu wecken, ein positives Image als Arbeitgeber aufzubauen, die Mitarbeiterbindung zu verbessern und eine positive Arbeitsplatzkultur zu fördern.
Durch Marketingaktivitäten, Social Media, Mitarbeiterbefragungen und -events sowie andere Formen der Kommunikation und Interaktion mit Kandidaten lässt sich der Aufbau einer Arbeitgebermarke verfolgen. Dadurch wird das Unternehmen nachhaltig als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen.
Für uns bildet eine ansprechende Arbeitgebermarke mit einem starken EVP (Employer Value Proposition) die Grundlage für alle Maßnahmen der Mitarbeitergewinnung.
Merke dir dabei eines: Man kann NICHT NICHT branden! Auch ein schlechtes oder vernachlässigtes Bild deines Unternehmens wird von außen wahrgenommen. Erhältst du wenig bis keine Bewerbungen? Dann solltest du genau hier ansetzen: Erstelle eine Employer-Branding-Analyse und schau dir an, wie dein Unternehmen auf Kandidaten wirkt. Soziale Medien erlauben heute eine Kommunikation in Echtzeit, und besonders negative Erfahrungen finden schnell ihren Weg in die sozialen Medien. Mach dir das zunutze und setze soziale Medien gezielt zur Mitarbeitergewinnung und -bindung ein.
Social Recruiting
Social Media Recruiting ist eine Art der Mitarbeitergewinnung, bei der soziale Medien und Online-Netzwerke genutzt werden, um Talente zu erreichen und zu rekrutieren. Das kann durch die Veröffentlichung von Stellenanzeigen, das Teilen von Unternehmensinhalten oder den Aufbau von Beziehungen zu potenziellen Bewerbern auf Plattformen wie LinkedIn, Facebook oder Twitter erfolgen. Social Media Recruiting bietet Unternehmen eine breitere Reichweite und Zugang zu einem größeren und diverseren Talentpool. Es ermöglicht außerdem eine interaktivere Kommunikation mit potenziellen Bewerbern und eine bessere Darstellung von Unternehmenskultur, Arbeitsbedingungen und Karrieremöglichkeiten.
Für uns als Recruiting-Agentur ist Social Media Recruiting ein entscheidender Faktor unseres Erfolgs in der Mitarbeitergewinnung. Wir können damit planbar und messbar qualifizierte Bewerbungen quasi auf Knopfdruck generieren. Besonders zur Mitarbeitergewinnung in der Pflege hat sich diese Maßnahme vielfach bewährt.
Karriere-Events
Karriere-Events sind Veranstaltungen, bei denen Unternehmen und Arbeitssuchende zusammenkommen, um Karrieremöglichkeiten und Arbeitsbedingungen zu diskutieren und zu präsentieren. Diese Veranstaltungen können in verschiedenen Formen stattfinden, etwa als Jobmessen, Karriereforen, Karrierenetzwerkveranstaltungen oder Unternehmensveranstaltungen. Sie bieten Arbeitssuchenden die Möglichkeit, potenzielle Arbeitgeber und Arbeitsplätze zu erkunden, und Unternehmen die Chance, ihre Marke und Karrieremöglichkeiten zu präsentieren und direkt mit potenziellen Bewerbern in Kontakt zu treten. Für Recruiter und Personalverantwortliche können Karriere-Events zudem eine wertvolle Gelegenheit sein, talentierte Bewerber direkt zu beobachten und zu bewerten.
Fazit
Wir haben es bereits vorweggenommen: Wir würden niemals empfehlen, nur einen einzigen Weg zur Mitarbeitergewinnung zu nutzen. Vielmehr geht es darum, die verschiedenen Möglichkeiten clever zu kombinieren und die Nachteile der einzelnen Methoden geschickt zu umgehen. Es bringt zum Beispiel wenig, sich nur auf den aktiven Markt zu fokussieren, denn dieser Markt verkleinert sich von Jahr zu Jahr. Im Jahr 2022 betrug die Arbeitslosenquote laut einer Studie nur 5,3 %, während die Anzahl der offenen Stellen ein Rekordhoch von 845.000 erreichte. Durch die Kombination von Methoden lassen sich dagegen sowohl der aktive als auch der passive Markt ansprechen – so entstehen deutlich mehr Bewerbungen für vakante Stellen.
Häufige Fragen
Klassische Methoden wie Stellenanzeigen, Personalvermittlung oder Empfehlungen erreichen fast ausschließlich den aktiven Arbeitsmarkt und lassen sich kaum planbar steuern. Ein großer Teil potenzieller Kandidaten bleibt dadurch unerreicht.
Social Recruiting gibt dir Zugang zu einem größeren und diverseren Talentpool und erlaubt dir, Bewerbungen deutlich planbarer und messbarer zu generieren als über klassische Kanäle.
Beginne mit einer Employer-Branding-Analyse, um herauszufinden, wie dein Unternehmen aktuell auf Kandidaten wirkt, und nutze anschließend gezielt soziale Medien, um deine Arbeitgebermarke aufzubauen.
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